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Atombomben im altindischen Mahabharata

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Atombomben im altindischen Mahabharata

Die Prä-Astronautikthese

In viele alten Mythen und Legenden kann man die Anwesenheit von außerirdischen Lebewesen und fortschrittlichen Technologien finden. Nirgends jedoch wird so genau der Einsatz einer Atombombe dargestellt wie in dem altindischen Mahabharata, einem Mythos, der vor 2000 Jahren in Sanskrit aufgeschrieben wurde und von einer gewaltigen Schlacht berichtet. Bekannt ist hier folgender Auszug, welcher bei vielen Autoren Verwendung fand:

… einem einzigen Geschoss, das die Kraft des Universums in sich trug.
Eine weißglühende Säule aus Rauch und Flammen, heller als zehntausend Sonnen, erhob sich in all ihrem Glanz …
Es war eine unbekannte Waffe, ein eiserner Donnerkeil, ein gigantischer Todesbringer, der das ganze Volk der Vrischnis und der Andhakas zu Asche verbrannte …
Die Körper waren so verbrannt, daß sie unkenntlich waren. Ihre Haare und Nägel fielen aus. Tongefäße zerbrachen ohne ersichtlichen Grund, und die Vögel waren weiß geworden. Nach ein paar Stunden waren alle Nahrungsmittel vergiftet. …
Um diesem Feuer zu entgehen, warfen sich die Soldaten in die Flüsse und versuchten, sich und ihre Ausrüstung abzuwaschen …

Dieser Bericht wurde fast 2000 Jahre vor der ersten Explosion einer Atombombe geschrieben und dennoch erinnert der Artikel auffallend an Auswirkungen einer Atomkatastrophe: ein Geschoss aus Eisen, riesige Mengen an Energie und Hitze, verbrannte Leichen, ausfallende Haare und Nägel.

Die klassische Erklärung

Das Mahabharata ist ein Mythos und kein Tatsachenbericht. Es sind keine Chronisten, die hier etwas aufschreiben, sondern Priester, die ihre Weisheiten und Gleichnisse festhielten. Mythen beschreiben also etwas, was Jahre lang mündlich tradiert wurde, bevor es aufgeschrieben wurde, sind aber auf keinen Fall ein Augenzeugenbericht. Und nach dem Prinzip der stillen Post wurden diese Mythen immer weiter ausgeschmückt und aufgepeppt, bis sie die erste schriftliche Fixierung erhielten.

Aber selbst wenn man den Ursprung und den Hintergrund der Texte außer acht lässt und die Mahabharata wörtlich interpretieren will, sollte man schauen, was wirklich in den alten Texten steht.

Nehmen wir uns einfach mal das obenstehende Zitat, das welches so oder so ähnlich von verschiedenen Autoren verwendet wurde1Berlitz 1990, Hausdorf 1994, Däniken 1993 u 2001, Charroux 1970 u. 1971.

Als erstes wird man sich wundern, dass man die in vielen Büchern zitierte Stelle nicht in der Mahabharata2hier wurde die eine englische Übersetzung von verwendet http://www.sacred-texts.com/hin/maha/index.htm finden wird. Erst wenn man die einzelnen Satzfetzen sucht, wird man fündig.

»… einem einzigen Geschoss, das die Kraft des Universums in sich trug … Es war eine unbekannte Waffe, ein eiserner Donnerkeil, ein gigantischer Todesbringer, der das ganze Volk der Vrischnis und der Andhakas zu Asche verbrannte …«

Dies kommt aus dem Buch 16 Mausala Parva Sektion 1

Als der nächsten Tag kam, brachte Samva wirklich einen Eisenbolzen hervor, 
durch den alle Vrishnis und Andhakas zu Asche verbrannt wurden. 
Der Eisenbolzen sah aus wie ein riesiger Bote des Todes. 
Als der König dies erfuhr, befahl er, dass der Eisenbolzen zu Pulver 
zermahlen werden sollte und dieses ins Wasser gestreut werden sollte. 
Und er gebot darauf hin, dass niemals wieder ein Vrishni oder 
ein Andhaka Wein herstellen durfte3Kein Wort davon, dass das Pulver schädlich war, wie in manchen Übersetzungen zu lesen

»heller als zehntausend Sonnen, erhob sich in all ihrem Glanz …«

Dies kommt aus dem Buch 7 Drona Prava und beschreibt den Anblick eines Gottes. Sektion 13

So sprach er und sodann, o Fürst, Hari, der große Wunderherr, 
Offenbarte er dem Prithâ-Sohn seine Gestalt als höchster Gott. 
Mit manchem Munde, manchem Aug', manch wunderbarem Angesicht. 
Versehn mit manchem Götterschmuck und Götterwaffen schwingend 
viel Götterkränz' und -kleider tragend, an Himmelsduft und -salben 
reich, Ganz Wunder, strahlend, grenzenlos, das Antlitz in alle Richtungen gewandt.
Wenn das Licht von tausend Sonnen am Himmel plötzlich bräch' 
hervor, Zu gleicher Zeit, – das wäre gleich dem Glanze dieses Herrlichen.4Dieses Kapitel ist gleichzeitig Kapitel 11 in der Bagvad Gita

»Die Körper waren so verbrannt, daß sie unkenntlich waren.«

Däniken fügte hier noch eine Erweiterung ein, die hilfreich war, um diese Textstelle zu identifizieren5Däniken, Erich von (1993): Auf den Spuren der Allmächtigen..

»…Von der Glut der Waffe versengt, taumelte die Erde vor Hitze. Elefanten waren angebrannt und rannten wild hin und her …Das oben des Feuers ließ die Bäume wie bei einem Waldbrand reihenweise stürzen …«

Dies kommt aus Buch 7 Drona Prava und beschreibt als einzige Textstelle die Wirkung einer Narayanawaffe. Sektion 201

Ungünstige Winde begannen zu blasen. 
Die Sonne hatte keine Hitze mehr... 
Wolken brüllten Blut überschüttet. ... 
Die Sonne schien sich zu drehen. 
Das Weltall, das mit der Hitze versengt ist, 
schien in einem Fieberwahn zu sein. 
Die Elefanten und anderen Wesen des Landes, 
das durch die Energie dieser Waffe versengt worden war, 
liefen wie wild umher. Selbst das Wasser wurde aufgeheizt, 
sodass die Wesen auch darin starben.

 

»Ihre Haare und Nägel fielen aus. Tongefäße zerbrachen ohne ersichtlichen Grund, und die Vögel waren weiß geworden. Nach ein paar Stunden waren alle Nahrungsmittel vergiftet. …«

Das kommt aus Buch 16 Mausala Parva Sektion 2

In der Nacht fraßen die Ratten und Mäuse 
das Haar und die Nägel von den schlafenden Männern. 
Sarikas zirpte, im Haus des Vrishnis. 
Der von den Vögeln gemachte Lärm hörte weder bei Tage noch bei Nacht auf.
 ... Viele Vögel, schienen zu Tode erschreckt und hatten eine blasse Farbe, 
ihre Füße aber waren rot.

Fazit

Man kann also erkennen, dass die gesamte Passage überhaupt nicht in der Mahabharata vorkommt, sondern ein Zusammensuchen verschiedener Textstellen aus Buch 7 und 16 ist. Dies ist nötig, da die Beschreibung der Varunawaffe doch nicht wirklich an eine Atombombe erinnert. Sie wird z.B. wie ein Horn geblasen.

Das Ganze ist überhaupt erst durch »stille Post« entstanden. Wie Markus Petzhold festgestellt hat 6http://www.mysteria3000.de/wp/2006/die-atombomben-des-mahabharata/, schreiben hier die Grenzwissenschaftsautoren alle voneinander ab und keiner verwendete die Mahabharata als Quelle, sondern jeweils einen anderen grenzwissenschaftlichen Autor. Der Ursprung des Ganzen liegt in einem Buch aus den 50ern von Desmond Leslie, welches er zusammen mit dem ersten Ufoentführten Georg Adamski verfasste7Leslie, Desmond u. Adamski, George (1953): Flying Saucers have landed..

Darin untersucht Leslie verschiedene Legenden auf Spuren fortschrittlicher Technologie. Diese Auflistung verschiedener Zitate, die Leslie noch als unzusammenhängend betrachtet, wurden durch verschiedene Autoren immer weiter abgeschliffen und zu einem zusammenhängenden Abschnitt verschmolzen, welcher bis heute durch die Ufo- und Grenzwissenschaftsliteratur geistert – als Beschreibung eines Atombombenunglücks.

Literatur

  • Leslie, Desmond u. Adamski, George (1953): Flying Saucers have landed.
  • Charroux, Robert (1970): Verratene Geheimnisse. Atomsintflut und Raketenarche.
  • Charroux, Robert (1971): Phantastische Vergangenheit.
  • Berlitz, Charles (1990): Geheimnisse versunkener Welten.
  • Hausdorf, Hartwig (1993): Die weiße Pyramide.
  • Däniken, Erich von (1993): Auf den Spuren der Allmächtigen.
  • Däniken, Erich von (2001): Die Götter waren Astronauten.
  • FISCHINGER, L. A. (2010). Verbotene Geschichte die grossen Geheimnisse der Menschheit und was die Wissenschaft uns verschwiegen hat. München.
  • DÄNIKEN, E. V. (2011). Die andere Seite der Archäologie Faszination des Unbekannten. Rottenburg.

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