{"id":454,"date":"2020-12-29T10:57:18","date_gmt":"2020-12-29T09:57:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palaeoseti.de\/?p=454"},"modified":"2026-06-13T11:56:55","modified_gmt":"2026-06-13T09:56:55","slug":"fuente-magna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/?p=454","title":{"rendered":"Fuente Magna Bowl, der bolivianische Rosettastein"},"content":{"rendered":"<div class=\"level1\">\n<p>Im Jahr 1958 erhielt der bolivianische Arch\u00e4ologe Don Maks Portugal Zamora von einem seiner Ausgr\u00e4ber den Hinweis, dass einer der Bauern eine interessante Schale als Hundenapf verwendete.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Schale wurde nach dem Ort <strong>Fuente Magna Bowl<\/strong> (brennendes Magma) genannt; die Einheimischen nennen diese Schale jedoch ganz unpathetisch <strong>El Plato del Chancho<\/strong>, also Schweinesch\u00fcssel. Das Besondere an dieser Schale ist, dass sie sumerische Schriftzeichen enth\u00e4lt und mehr als 3000 Jahre alt sein soll. Die Schrift wurde von Dr. Clyde. A. Winters wie folgt \u00fcbersetzt<sup>[<a href=\"#footnote_1_454\" id=\"awef_ident_1_454\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20140201185427\/http:\/\/www.reocities.com\/tokyo\/bay\/7051\/Awen3a.htm\">1<\/a>]<\/sup>:<\/p>\n<\/div>\n<p>Auf der linken Seite:<\/p>\n<blockquote><p>(1) Girls take an oath to act justly (this) place.<br \/>\n(2) (This is) a favorable oracle of the people.<br \/>\n(3) Send forth a just divine decree.<br \/>\n(4) The charm (the Fuente Magna) (is) full of Good.<br \/>\n(5) The (Goddess) Nia is pure.<br \/>\n(6) Take an oath (to her).<br \/>\n(7) The Diviner.<br \/>\n(8) The divine decree of Nia (is) ,<br \/>\n(9) to surround the people with Goodness\/Gladness.<br \/>\n(10) Value the people&#8217;s oracle.<br \/>\n(11) The soul (to),<br \/>\n(12) appear as a witness to the [Good that comes from faith in the Goddess Nia before] all mankind.<\/p><\/blockquote>\n<p>(1) M\u00e4dchen legen einen Eid ab, (diesen) Ort gerecht zu handeln. (2) (Dies ist) ein g\u00fcnstiges Orakel des Volkes. (3) Sendet einen gerechten g\u00f6ttlichen Erlass aus. (4) Der Zauber (der Fuente Magna) (ist) voll des Guten. (5) Die (G\u00f6ttin) Nia ist rein. (6) Lege einen Schwur (auf sie) ab. (7) Der Wahrsager. (8) Der g\u00f6ttliche Erlass von Nia (ist) , (9) die Menschen mit G\u00fcte\/Gl\u00fcckseligkeit zu umgeben. (10) Das Orakel des Volkes zu sch\u00e4tzen. (11) Die Seele (zu), (12) als Zeuge f\u00fcr das [Gute, das aus dem Glauben an die G\u00f6ttin Nia kommt, vor] der ganzen Menschheit auftreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der rechten Seite:<\/p>\n<div class=\"level1\">\n<blockquote><p>(1) Make a libation (this) place for water (seminal fluid???) and seek virtue.<br \/>\n(2a) (This is ) a great amulet\/charm ,<br \/>\n(2b) (this) place of the people is a phenomenal area of the deity [Nia\u2018s] power.<br \/>\n(3) The soul (or breath of life).<br \/>\n(4) Much incense,<br \/>\n(5) to justly,<br \/>\n(6) make the pure libation.<br \/>\n(7) Capture the pure libation (\/or Appear (here) as a witness to the pure libation) .<br \/>\n(8) Divine good in this phenomenal proximity of the deity\u2018s power.<\/p><\/blockquote>\n<p>(1) Mach ein Trankopfer (an diesem) Ort f\u00fcr Wasser (Samenfl\u00fcssigkeit???) und suche Tugend. (2a) (Dies ist ) ein gro\u00dfes Amulett\/Zaubermittel , (2b) (dieser) Ort der Menschen ist ein ph\u00e4nomenaler Bereich der Macht der Gottheit [Nia]. (3) Die Seele (oder der Atem des Lebens). (4) Viel Weihrauch, (5) um gerecht zu sein, (6) das reine Trankopfer zu machen.<br \/>\n(7) Das reine Trankopfer einfangen (\/oder (hier) als Zeuge des reinen Trankopfer erscheinen) . (8) G\u00f6ttliches Gut in dieser ph\u00e4nomenalen N\u00e4he der Macht der Gottheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man sieht die Magna Fuente Bowl als ein Beweis, dass sumerische Seefahrer in S\u00fcdamerika waren, lange bevor Columbus Amerika entdeckt haben soll.<\/p>\n<div class=\"thumb2 trien\">\n<div class=\"thumbinner\">\n<div class=\"thumbcaption\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb2 trien\">\n<div class=\"thumbinner\">\n<figure id=\"attachment_76\" aria-describedby=\"caption-attachment-76\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-76 size-medium\" src=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/86382_fm22-300x202.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/86382_fm22-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/86382_fm22.jpg 399w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-76\" class=\"wp-caption-text\">die sumerische anmutenden Zeichen<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"thumbcaption\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 id=\"klassische_erklaerung\" class=\"sectionedit2\">Klassische Erkl\u00e4rung<\/h2>\n<div class=\"level2\">\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thermolumineszenzdatierung\">Thermolumineszenz-Datierungen<\/a> mit denen man das Alter gebrannter Tonartefakte bestimmen kann, zeigten, dass die Schale tats\u00e4chlich echt ist und es sich nicht um eine moderne F\u00e4lschung handelt. Die Datierung ergab, dass sie zwischen dem 9. und 13. Jhd. n. Chr. gebrannt worden ist. Allerdings ist diese Datierung f\u00fcr die sumerische Theorie etwas zu jung. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sumerer\">Sumerer<\/a> lebten etwa von 3000 bis 2300 v. Chr.; wenn wir mit viel gutem Willen noch die sumerische Schrift als Zeitraum nehmen, bis in die Zeit um 1800 v. Chr\u2026<\/p>\n<p>Es bleibt also die Frage, wie die sumerischen Schriftzeichen auf die Fuente Magna Bowl kommen? Waren die Sumerer \u00fcberhaupt Seefahrer? Darauf kann man mit einem klaren Nein antworten. Die Sumerer kannten zwar Boote, aber sie lebten in einem Binnenland, weit entfernt vom arabischen Golf. Und selbst wenn man davon ausgeht, dass es immer wieder Berichte gibt, wie Segelschiffe oder Schiffbr\u00fcchige nach Amerika getrieben wurden, dann muss man bedenken, dass dies immer den Atlantik betrifft und nicht den Pazifik, \u00fcber den die Sumerer segeln m\u00fcssten. Tragen einen die Passatwinde noch \u00fcber den Atlantik nach Amerika, so gibt es diese Eigenschaft nicht im Pazifischen Ozean, hier stehen die Passatwinde einem entgegen und treiben ein Schiff immer nach Westen.<\/p>\n<div class=\"thumb2 trien\">\n<div class=\"thumbinner\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-119\" src=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/ebla_clay_tablet-300x291.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/ebla_clay_tablet-300x291.jpg 300w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/ebla_clay_tablet.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Doch wie kommen nun auch Arch\u00e4ologen zu der Einsch\u00e4tzung der Schriftzeichen und was bedeutet die \u00dcbersetzung? Erst einmal ist zu sagen, dass die Zeichen NICHT an sumerische Schrift erinnern, sondern an die Umzeichnung der sumerischen Schrift, wie Philologen sie benutzen, um die sumerische Schrift darzustellen.<\/p>\n<p>Wenn man aber versucht, in dem Wirrwarr an Zeichen jedoch sumerische Buchstaben zu suchen, so wird man nur ein einziges sumerisches Symbol finden: das spiegelverkehrte und einmal auf dem Kopf stehende \u00bbDingir\u00ab, also ein Zeichen, das anzeigt, dass das folgende Wort ein Gott ist. Allerdings folgt kein Wort, sondern weitere unzusammenh\u00e4ngende Zeichen. Mit viel gutem Willen kann man noch ein paar Zeichen rekonstruieren, wenn man die Laufrichtung ignoriert. Einen Versuch Clyde Winters \u00dcbersetzung zu folgen wurde auch hier genommen &#8222;<a href=\"https:\/\/ahotcupofjoe.net\/2017\/11\/fuente-magna-bowl-not-cuneiform-not-sumerian\/\">Archaeology Review<\/a>&#8220; . Aber zusammengefasst kommt dabei kein Text heraus, schon gar nicht der Name Nia oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neith_(%C3%A4gyptische_Mythologie)\">Neith<\/a>, die gar keine sumerische, sondern eine \u00e4gyptische G\u00f6ttin ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-127\" src=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuente001-300x105.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"105\" srcset=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuente001-300x105.jpg 300w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuente001-768x268.jpg 768w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuente001-640x223.jpg 640w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuente001-681x238.jpg 681w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuente001.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-128\" src=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuentetab-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuentetab-300x260.jpg 300w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuentetab-485x420.jpg 485w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuentetab-640x555.jpg 640w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/fuentetab.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die \u00dcbersetzung von Dr. Clyde. A. Winters ist ein Schwindel. Er verwechselt sogar so grundlegende Dinge wie die G\u00f6tterzugeh\u00f6rigkeiten.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann man sagen: Die Schale ist echt, sie zeigt verschiedene Verzierungen, die an sumerische Umschriften der Philologen erinnern, nicht aber an sumerische Schriftzeichen. Die \u00dcbersetzung der Schrift ist aber nur eine Fantasie eines Buchautors.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n\t\t\t<style>\n\t\t\t\t\t\t\tol.footnotes.awepost_454>li {list-style-type:decimal;}\n\t\t\t\tol.footnotes.awepost_454>li>span.symbol {display: none;}\n\t\t\tol.footnotes { color:#666666; }\r\nol.footnotes li { font-size:80%; }\t\t\t<\/style>\n\t\t\t<ol start=\"1\" class=\"footnotes awepost_454\">\n\t<li id=\"footnote_1_454\" class=\"footnote\"><span class=\"footnote-back-link-wrapper\"><span class=\"awef-pre-backlink\"><\/span><a href=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/?p=454#awef_ident_1_454\" class=\"footnote-link footnote-back-link\"  title=\"Zur\u00fcck zum Text\"  aria-labelby=\"Zur\u00fcck zum Text\">\u2191<\/a><span class=\"awef-pre-backlink\"><\/span><\/span>https:\/\/web.archive.org\/web\/20140201185427\/http:\/\/www.reocities.com\/tokyo\/bay\/7051\/Awen3a.htm<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1958 erhielt der bolivianische Arch\u00e4ologe Don Maks Portugal Zamora von einem seiner Ausgr\u00e4ber den Hinweis, dass einer der Bauern eine interessante Schale<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":174,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_awef_post_faq_schema":[],"footnotes":""},"categories":[5,119,11,98],"tags":[67,134,139,68,138],"class_list":["entry","author-schmidt","has-more-link","post-454","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-amerika","category-bolivien","category-out-of-place-artefakte","category-suedamerika","tag-oopa","tag-out-of-place-artefakte","tag-prae-kolumbus","tag-praekulumbianische-kontakte","tag-sumerer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=454"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2303,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions\/2303"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}