{"id":358,"date":"2024-08-13T14:02:48","date_gmt":"2024-08-13T12:02:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palaeoseti.de\/?p=358"},"modified":"2026-06-12T10:29:33","modified_gmt":"2026-06-12T08:29:33","slug":"der-aluminiumkeil-von-aiud-ausserirdisches-artefakt-oder-baggerzahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/?p=358","title":{"rendered":"Ein Aluminumartefakt aus der Dinosaurierzeit"},"content":{"rendered":"<p>Landete in Cluj-Napoca in grauer Vorzeit ein Raumschiff und verlor dabei ein Landefu\u00df?<\/p>\n<h1><!--more--><\/h1>\n<h2>Der Aluminiumkeil von Aiud \u2013 Ein Metallobjekt zwischen Fakten und Spekulation<\/h2>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal\">Im Fr\u00fchjahr 1974 stie\u00dfen Arbeiter etwa zwei Kilometer \u00f6stlich des Dorfes Aiud auf einen r\u00e4tselhaften Fund. Die Sandgrube am Ufer des Flusses Mure\u0219, rund 60 Kilometer s\u00fcdlich von Cluj-Napoca (Klausenburg), barg in zehn Metern Tiefe drei Objekte. Zwei davon identifizierten lokale Sammler als Mastodonknochen. Das dritte Objekt jedoch erwies sich als ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal\">Das Fundst\u00fcck erinnerte auf den ersten Blick an einen \u00fcbergro\u00dfen Faustkeil. Es wurde zur Untersuchung an das Arch\u00e4ologische Institut in Cluj-Napoca \u00fcbergeben. W\u00e4hrend die Knochen als \u00dcberreste eines jungen Mastodons bestimmt wurden \u2013 gesch\u00e4tztes Alter: rund 23 Millionen Jahre \u2013, blieb das vermeintliche \u201eWerkzeug&#8220; r\u00e4tselhaft. Es handelte sich um ein Metallobjekt unbekannter Herkunft. Zur weiteren Analyse sandte man es an das Institut f\u00fcr Forschung und Projektierung nichteisenhaltiger Erze und Metalle (ICPMMN) in Bukarest, wo der leitende Wissenschaftler Dr. J. Niederkorn die Untersuchung \u00fcbernahm.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal\">Das Objekt ma\u00df etwa 20,2 Zentimeter in der L\u00e4nge und wies zwei zylindrische L\u00f6cher mit unterschiedlichen Durchmessern auf, die im rechten Winkel zueinander standen. Ovale Verzerrungen am unteren Ende eines der L\u00f6cher deuten darauf hin, dass dort m\u00f6glicherweise eine bewegliche Achse gelagert war. Auf den \u00e4u\u00dferen Fl\u00e4chen fanden sich zudem Spuren massiver Schlageinwirkung.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal\">Die metallurgische Analyse ergab eine Legierung aus zw\u00f6lf Elementen. Hauptbestandteil war Aluminium (89 %), gefolgt von Kupfer (6,2 %), Silizium (2,84 %), Zink (1,81 %), Blei (0,41 %), Zinn (0,33 %), Zirkon (0,2 %), Cadmium (0,11 %) sowie Spuren von Nickel, Kobalt, Wismut, Silber, Gallium und weiteren Elementen. Dieser Befund schien zun\u00e4chst r\u00e4tselhaft: Aluminium kommt in reiner Form in der Natur nicht vor und wurde erst 1825 durch den d\u00e4nischen Chemiker Hans Christian \u00d8rsted erstmals isoliert. Die industrielle Herstellung begann erst Ende des 19. Jahrhunderts \u2013 ein scheinbarer Widerspruch zur mutma\u00dflichen Altersbestimmung des Fundes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-148 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image002-300x149.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"149\" srcset=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image002-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image002.jpg 397w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>Unsichere Quellenlage und widerspr\u00fcchliche Berichte<\/h2>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal\">Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte die deutsche Zeitschrift <em>Ancient Skies<\/em> der AAS einen Artikel \u00fcber den Fund. Der UFO-Forscher Michael Hesemann berichtete darin \u00fcber die angebliche Wiederentdeckung des Objekts in Rum\u00e4nien. Mit dieser Wiederver\u00f6ffentlichung verschob sich die angegebene Datierung auf den Zeitraum 1992\u20131994. Auch Angaben zur chemischen Zusammensetzung und Form variierten je nach Quelle erheblich.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal\">Kurz darauf verschwand das Objekt erneut aus dem \u00f6ffentlichen Blickfeld. Angeblich lagert es in einem Museum in Cluj-Napoca, doch der genaue Standort wird von seinen Wiederentdeckern bewusst geheim gehalten. Noch problematischer ist ein anderer Umstand: Das Institut, das die Materialanalyse durchgef\u00fchrt haben soll, l\u00e4sst sich in der beschriebenen Form nicht nachweisen. Je nach Quelle wird es in Bukarest, M\u0103gurele oder Baia Mare verortet \u2013 wobei Letzteres heute als Universit\u00e4t Nord bekannt ist. Auch ein Dr. Niederkorn als leitender Angestellter ist dort nicht dokumentiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-95 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/auid-300x212.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/auid-300x212.png 300w, https:\/\/www.palaeoseti.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/auid.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Viele Fachleute halten das Aiud-Objekt schlicht f\u00fcr einen Baggerzahn, der zuf\u00e4llig im Sediment landete. Die unklaren Fundumst\u00e4nde, die schwankenden Zusammensetzungsangaben, das nicht verifizierbare Institut und das wiederholte Verschwinden des Objekts erschweren eine seri\u00f6se Bewertung erheblich. Solange keine unabh\u00e4ngige, reproduzierbare Analyse unter transparenten Bedingungen vorliegt, bleibt die Herkunft des Objekts offen \u2013 und damit auch seine Tauglichkeit als Beleg f\u00fcr au\u00dferirdische oder pr\u00e4historische Hochtechnologie fraglich.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li>Bu\u0308rgin, L. (2002). <i>Geheimakte Archa\u0308ologie: Unterdru\u0308ckte Entdeckungen, verschollene Scha\u0308tze, bizarre Funde<\/i>. Mu\u0308nchen: Bettendorf.<\/li>\n<li>Fischinger, L. A.(2010). <i>Verbotene Geschichte: Die gro\u00dfen Geheimnisse der Menschheit und was die Wissenschaft uns verschwiegen hat<\/i>. M\u00fcnchen: Ansata Verlag.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landete in Cluj-Napoca in grauer Vorzeit ein Raumschiff und verlor dabei ein Landefu\u00df? Der Aluminiumkeil von Aiud \u2013 Ein Metallobjekt zwischen Fakten und Spekulation<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1736,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_awef_post_faq_schema":[],"footnotes":""},"categories":[12,6,11,159],"tags":[],"class_list":["entry","author-schmidt","has-more-link","post-358","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-orte-ancient-aliens","category-europa","category-out-of-place-artefakte","category-rumaenien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=358"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2253,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/358\/revisions\/2253"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palaeoseti.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}