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Utsuro Bune, das hohle Schiff

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Tarei Bune ©Wikimedia

Utsuro Bune, das hohle Schiff

Utsuro-bune, Utsuro-fune oder seltener Utsubo-fune (japanisch „Hohles Schiff“) ist die Bezeichnung für ein Boot oder Schiff, das nach verschiedenen Berichten Anfang des Jahres 1803 an der japanischen Küste strandete.

Diesen Berichten zufolge beobachteten ortsansässige Fischer ein auf dem Meer treibendes fremdartiges Boot. Bei genauerer Untersuchung entdeckten sie im Inneren des Utsuro-bune eine schöne junge Frau von fremdartiger Erscheinung. Wegen ihrer Scheu vor Fremden und aufgrund von Verständigungsproblemen beschlossen die Fischer, die Frau und ihr Boot wieder auf das Meer treiben zu lassen. Die Geschichte des Utsuro-bune wurde erstmals 1925 vom japanischen Ethnologen Yanagita Kunio untersucht, ein zweites Mal im Jahr 1962. Ein drittes Mal wurde die Geschichte 1997 von Professor Tanaka Kazuo überprüft. Beide Gelehrte bewerten die Erzählung vom Utsuro-bune als Folklore. Man könnte es aber auch als eines der besten Berichte einer historischen Begegnung außerirdischer Zivilisation mit dem Menschen betrachten. Einziges Manko ist hier, dass das Schiff niemals als fliegend gesehen wird, sondern immer auf dem Wasser schwimmend.

In Kyokutei Bakins Toen shōsetsu findet sich die ausführlichste Schilderung der Geschichte, im Ume-no-chiri eine etwas verkürzte und leicht abgeänderte Version desselben Vorfalls.

Toen shōsetsu

„Der Vorfall ereignete sich am 22. Februar im Frühling des Jahres 1803. Auf dem Meer vor einem Strand mit dem Namen Hara-yadori auf dem Gebiet des Ogasawara Etchū no Kami, einem Yoriai-seki des Tokugawa-Bakufu mit 4000 Koku Einkommen, wurde vom Ufer aus ein Boot gesichtet. Die Fischer brachten das Boot an den Strand. Es war rund und erinnerte in seiner Form an eine Art Kōhako, einen Weihrauchbrenner. Sein Durchmesser betrug mehr als 3 Ken (ca. 5,4 m). Auf dem oberen Teil des Bootes befanden sich vergitterte Fenster, die mit einer Art Gummi abgedichtet waren. Der Boden des Schiffes war mit eisernen Platten verstärkt, die es vor der Zerstörung durch Felsen schützen sollten. Da die Fenster durchscheinend waren, konnten die Menschen ins Innere sehen, wo sie eine Frau mit fremdartiger Erscheinung sahen. Ihr Haar und ihre Augenbrauen waren rot und ihr Gesicht rosa. Es erschien, als sei langes, weißes Haar ihrem natürlichen Haar hinzugefügt worden. Ihr langes Haar könnte aus Fell oder geflochtenen Strängen sein. Die Art der Frisur kann in keiner Literatur gefunden werden. Weiter, da ihre Sprache von niemandem verstanden wurde, konnte sie niemand nach ihrer Herkunft fragen. Die fremde Frau hielt eine quadratische Schachtel in der Hand, deren Größe etwa 2 Shaku (ca. 60 cm) betrug. Es schien, als wäre diese Schachtel für sie sehr wichtig, da die Frau sie ständig festhielt und niemandem erlaubte, sich ihr zu nähern. Die Sachen im Inneren des Bootes wurden von den Menschen untersucht. Da gab es 2 Shō Wasser (ca. 3,6 l) in einer kleinen Flasche. Es gab zwei Schlafmatten, eine Art Kuchen und eine Art geknetete Nahrung. Während die Menschen diskutierten, was mit dem Boot geschehen solle, beobachtete die Frau sie friedlich. Ein alter Mann aus dem Ort sagte: ‚Diese Frau könnte die Tochter eines Königs in einem fernen Reich sein, welche in ihrer Heimat heiratete. Aber nach ihrer Hochzeit liebte sie einen anderen Mann und dieser Liebhaber wurde zur Strafe getötet. Da sie hingegen eine Prinzessin war und hohe Sympathie genoss, blieb sie von der Todesstrafe verschont. Stattdessen wurde sie in das Utsuro-bune gesperrt und im Meer ausgesetzt, um sie ihrem Schicksal zu überlassen. Wenn diese Schlussfolgerung zutreffend sein sollte, befindet sich in der quadratischen Box der abgetrennte Kopf ihres Liebhabers. In der Vergangenheit war an einem nahegelegenen Strand ein ähnliches Boot mit einer Frau darin an Land gespült worden. Bei diesem Vorfall war ein abgetrennter Kopf im Innern des Bootes entdeckt worden und er war an einer Art von Brett befestigt gewesen. Ausgehend von dieser Information aus zweiter Hand könnte der Inhalt der Box ein ganz ähnlicher sein. Das würde freilich erklären, warum der Kasten für die Frau so wichtig ist und sie diese ständig in ihren Händen hält. Es würde viel Geld erfordern, diese Frau und ihr Boot zu erforschen. Da es aber offenkundig üblich ist, solcherlei Boote auf hoher See auszusetzen, sollten wir die Frau zurück ins Boot bringen und fortschicken. Aus menschlicher Sicht mag es grausam erscheinen, aber es scheint dennoch vorbestimmtes Schicksal zu sein.‘ Und so kamen die Fischer zu ihrem Entschluss und setzten die Frau wieder in ihrem Boot im Meer aus, wo es davontrieb1TAKIZAWA, B., & TAKEDA, N. (1928). Toen shōsetsu. .“

Ume-no-chiri

„Am 24. März 1803 wurde am Strand Haratono in der Provinz Hitachi ein fremdartiges Boot an Land getrieben. Die Form des Bootes erinnerte an einen Reiskochtopf, es hatte um den mittleren Teil einen verstärkten Ring, oberhalb des Ringes war das Boot mit schwarzer Farbe bestrichen und hatte vier kleine Fenster auf vier Seiten. Die Fenster waren vergittert und mit einer Art Kiefernharz abgedichtet. Der untere Teil des Bootes war mit stählernen Planken verstärkt, die aussahen wie westliches Eisen von höchster Qualität. Die Höhe des Bootes betrug 1 Shō und 2 Shaku (ca. 3,64 m) und der Durchmesser 1 Shō und 8 Shaku (ca. 5,45 m). Eine Frau (oder ein Mädchen) wurde im Inneren des Bootes gefunden, die um die 20 Jahre alt war. Sie war ca. 5 Shaku (1,5 m) groß und ihre Haut war weiß wie Schnee. Ihr langes Haar hing ihr dicht über den Rücken. Ihr Gesicht war unvergleichlich schön. Ihre Kleidung war fremdartig und nicht identifizierbar und ihre Sprache konnte von niemandem verstanden werden. Sie hatte eine kleine Schachtel in den Händen, die niemand berühren durfte. Im Boot waren zwei Teppiche, sehr weich und von unbekanntem Typ. Es gab auch eine Art von Kuchen, geknetetes Essen und eine Art von Fleisch. Eine Tasse mit wunderbarem Design fand sich dort, aber niemand erkannte es wieder.2UME NO YA SHUJIN. (1928). Ume no chiri.

    

Literatur

  • TAKIZAWA, B., & TAKEDA, N. (1928). Toen shōsetsu. Tōkyō, Yoshikawa Kōbunkan.
  • UME NO YA SHUJIN. (1928). Ume no chiri. Tōkyō, Yoshikawa Kōbunkan.
  • Masaru Mori: The female alien in a hollow vessel. In: Fortean Times. Vol. 48, Dennis Publishing Ltd., London 1987
  • Kazuo Tanaka: Did a close encounter of the Third Kind occur on a Japanese beach in 1803? In: Sceptical Inquirer. Vol. 24, No. 4, Juli/August 2000.
  • VALLEE, J., & AUBECK, C. (2010). Wonders in the sky: unexplained aerial objects from antiquity to modern times and their impact on human culture, history, and beliefs. New York, Jeremy P. Tarcher/Penguin.